Gedenkstätte Plötzensee. Einblenden des früheren Fallbeils (in Farbe)

Von dem bis 1945 in Plötzensee verwendeten Fallbeil existieren keine Farbaufnahmen. Der aktuelle Verbleib der Maschine vom Typ „Mannhardt“ ist unbekannt.

In der Gedenkstätte Brandenburg (Havel) steht ein baugleiches Modell. Fotografien der Maschine vom 2. August 2018 bauten wir in den Gedenkraum in Plötzensee ein – und versuchten dabei so genau wie möglich die richtigen Bildachsen zu finden.
Wichtige Fixpunkte (und ein Vergleichsmaßstab) waren für uns dabei die Rinne im betonierten Glattbeton des Eingangsbereichs, der vorhandene Gulli für den Blutablauf sowie die Höhe der Eisentüre im Raum.

Mit insgesamt fünf Abbildungen zeigen wir in vier Schrägaufnahmen und einer Rückansicht das ab 1937 in Plötzensee verwendete Fallbeil (bzw. die Fallschwertmaschine) vom Typ „Mannhardt“ nun erstmal farbig. Der gleiche Typ wurde auch im Gefängnis Stadelheim eingesetzt (siehe „Weiße Rose“)

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Das Fallbeil von schräg-vorne. Die Blickachse „Damals-Jetzt“ ist gegeben. Der Messerschlitten ist abgesenkt – und wird vom Stahlseil gehalten. Über die angefügte Kurbel wurde das Kabel bzw. das Seil auf- u. abgewickelt. Die Kurbel ist keine Erfindung, sondern stammt von einer Schwarz-Weiß-Aufnahmen eines identischen Fallbeils.

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Das Fallbeil von der entgegen gesetzten Blickachse. Über die Türöffnung links und dem Fenster hinten links lässt sich die richtige Blickachse gut ermitteln. Der Messerschlitten ist in dieser Abbildung hochgefahren. DIESE ABBILDUNG IST VÖLLIG NEU. ES GIBT KEINE VERGLEICHBARE.

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Das Fallbeil von hinten mit Blickrichtung auf die Erhängungsschiene. Vorne am Fallbeil ist auf dem Estrichboden der Gulli für den Blutablauf zu erkennen.

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Ein weiterer Blick auf das Fallbeil von hinten mit Blickrichtung auf die Erhängungsschiene. Siehe auch hier der Gulli-Deckel für den Blutablauf.

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Der Blick von frontal-hinten auf das Fallbeil. So war die Maschine für die Verurteilten nach dem Zurückziehen des schwarzen Vorhangs zu sehen.

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Der Blick von der Eingangsfront in den Gedenkraum hinein. Aktuell gibt es keine Türe, sondern nur ein zweiflügliges Eisengitter. Nässe und Feuchtigkeit können ungehindert in den Raum eindringen. Unsere Erinnerung: Das Holz im Dachbereich roch muffig-faulig; die Erhängungshaken und die Schiene zeigen deutliche Spuren von Flugrost.

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So sähe die originale Eingangstüre am gleichen Platz aus. Seitlich am Hinrichtungsbau sind noch zwei Eingangstüren erhalten. Über eine Bildmontage bauten wir eine Türe ein.

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Und hier eine Bildfiktion: Das Fallbeil vom Typ „Mannhardt“ aus dem Gefängnis Brandenburg (Havel) in die Gedenkstätte Plötzensee eingebaut.