„Heiltumsweisungen“ in Nürnberg 1424-1523 – Gebäude Hauptmarkt 15

Jeden 2. Freitag nach Ostern wurden in Nürnberg fast 100 Jahre lang – von 1424 bis 1523 – die Reichskleinodien und Reichsreliquien auf dem Nürnberger Hauptmarkt öffentlich gezeigt.

2019 fällt dieser Tag auf den 3. Mai.

Ort der Präsentation war das Haus Hauptmarkt 15. Vor diesem Gebäude wurde für die jährliche Präsentation ein großes hölzernes Podium aufgestellt.

Wie sah das frühere “Schoppersche“- bzw. spätere „Behaimsche Haus” damals in der Frontansicht aus? Wie änderte sich die Fassade des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte – bis in die Jetzt-Zeit?

Durch das Fenster mit dem steinernen Schmuckdekor betraten die Beteiligten der “Heiltumsweisung” damals wohl das Podium. Eventuell wurden die Odien und Reliquien während der Weisung auch durch dieses Fenster gereicht.

Für die Gebäudefassade nehmen wir die Farbe “Nürnberger Rot” plus weiße Kalklinien zum optischen Andeuten von Steinquadern an.
Eine nackte Steinfassade mit Quadern unterschiedlicher Maserung hätte optisch wohl zu grob und zu wenig repräsentativ für den Anlass einer Heiltumsweisung gewirkt.

DRUCKFÄHIGE PDF-ABBILDUNGEN MIT 300 dpi-Auflösung können Sie hier anklicken:
– Panorama der kompletten Westfront des Nürnberger Hauptmarktes
Das Gebäude Hauptmarkt 15 im Spiegel der Jahrhunderte

Heiltumsweisung-Nürnberg-Hauptmarkt-15-Schopper-Behaim-1424-1523-Rekonstruktion-Gebäude-3-Gebäudefront-Westseite-PanoramaHier ein Panoramablick auf die komplette Westfront des Nürnberger Hauptmarktes – gewissermaßen aus Pilgerperspektive. Den farbigen Holzschnitt von 1487 mit einer Darstellung der “Heiltumsweisung” bauten wir maßstabsgerecht ein.

Heiltumsweisung-Nürnberg-Hauptmarkt-15-Schopper-Behaim-1424-1523-Rekonstruktion-Gebäude-3-VergleichLinks die Fassade vor der Zerstörung am 2. Januar 1945, in der Mitte die rekonstruierte Fassade bis 1523 (mit dem Schmuckstein) und rechts die aktuelle Optik.

Anmerkung 1:
Die letzte “Heiltumsweisung” fand nach Sichten und Vergleichen verschiedener Quellen 1523 statt. Andere Quellen nennen 1524. Wir vertrauen der Quelle “Julia Schnelbögl – Die Reichskleinodien in Nürnberg 1424-1523”

Anmerkung 2:
In unruhigen bzw. kriegsbedingen Jahren fanden in Nürnberg keine “Heiltumsweisungen” statt

Bildquelle: Holzstich der Heiltumsweisung von 1487, Staatsarchiv Nürnberg, Inv.-Nr. Rst. N. Handschriften Nr. 399a