Das „Straßburger Münster“. Neuartige Motive zur Westfassade

Auch zur Kathedrale (bzw. dem vormaligen Münster) von Straßburg können wir neue Motive anbieten: Neben einer Simulation der kompletten Westfassade (mit zwei Türmen) neuartige Visualisierungen für eine niedrigere Westfassade. Wir erweiterten optisch den Blick auf die Westfassade – und entfernten hierfür auf den Fotos links und rechts Gebäude. Und bauten Teile des originalen Fassadenplans aus dem 13. Jahrhundert ein.

Unserem Gefühl nach wurde bei den Planungen für den Bau der Kathedrale ab einem gewissen Datum das „gesunde Baumaß“ aus den Augen verloren. Die Straßburger Westfassade wirkt nicht harmonisch – sondern ungesund „in die Höhe geschossen“.
Der Baukörper wirkt „massig-deutsch“ bzw. „rheinländisch“. Bis zum Jahr 1681 gehörte Straßburg zum damaligen Deutschland. Die deutschen Dome von Köln, Ulm bis Freiburg wirken ähnlich klobig. Weiter unten ein interessanter Größenvergleich zur eleganten Kathedrale von Reims – einer der größten Frankreichs.

Im Internet gibt es viele Quellen und Informationen zur Baugeschichte der Kathedrale von Straßburg. Wir studierten diese. Kurzfassung: den Block zwischen den beiden Türmen (über der Fensterrose) gab es auf den ersten Bauplänen nicht. Er wurde final gebaut, um den geplanten Türmen an der Basis mehr Halt zu gegen.

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Hier ein Panorama mit drei Versionen zur Straßburger Westfassade. Links der Ideal-Zustand mit zwei Türmen. In der Mitte auf der Basis eines alten Fassadenplans eine Studie mit niedrigeren Türmen und einem „Bürstenabschluss“ über der Fensterrose.
Rechts die Version mit einem steinernen Dacherker (wie z. B. in Reims).
Fazit: Die Turmbasis wirkt insgesamt zu wichtig bzw. zu breit.

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Hier das Idealbild der Westfassade mit zwei Türmen. Für dieses Motiv erweiterten wir optisch den Blick auf die Westfassade und entfernten links und rechts bestehende Gebäude.

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Hier ein neuartiger Blick auf die Westfassade (auf der Basis des usprünglichen Fassadenplans): der „Bürstenabschluss“ über der Fensterrose stammt von diesem Plan. Er ist von uns nicht hinein erfunden.

Strassburg-Münster-Cathédrale-tours-2-deux-prévu-toit-de-pierre-façade-ouest-Straßburg-cathedrale-2-two-towers-kathedrale-pitched-roof-stone-then-and-nowHier ein weiterer neuartiger Blick auf die Westfassade (auf der Basis des usprünglichen Fassadenplans): der Dreiecksgiebel über der Fensterrose überzeugt uns optisch mehr. Dieser ist eine Hinzuerfindung von uns – und nicht historisch belegt. Er stammt von der Kathedrale von Reims. Auch beim Kölner Dom gibt es einen ähnlichen steinernen Dreiecksgiebel.
Anmerkung: Zum Abdecken des Dachansatzes wäre er beim „Straßburger Münster“ nicht notwendig. Ein flacher Abschluss wirkt aber optisch etwas „hart“ und wenig schön.

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Hier ein optisch interessanter Größenvergleich des damaligen „deutschen“ Straßburger Münsters mit der „französischen“ Kathedrale von Reims. Diese gehört mit zu den größten ihrer Art. Die Turmspitzen haben wir hinzugefügt. Diese Kathedrale wirkt ungleich eleganter und auch schlanker.
Den deutschen Größenwahn gab es offensichtlich auch schon im 14. Jahrhundert.
Ganz rechts die von uns fiktiv in der Breite „verschlankte“ Baumasse von Straßburg und mit reduzierter Turmhöhe. 1:1 haben wir die Größe der gebauten Steinkuppel übernommen.
Fazit: Das Münster wirkt optisch „normaler“ – und auch schöner. Von den Proportionen her würde unsere fiktive Fassade dem maximal sinnvollen Standard-Baumaß für gotische Kathedralen oder Dome entsprechen.