„Zeppelintribüne“ Nürnberg. Geplante Bronze-Figuren von Arno Breker

Anbei widmen wir uns einem eher unbekannten, aber sehr interessanten Detail zur Baugeschichte der Nürnberger „Zeppelintribüne“ auf dem früheren „Reichsparteitagsgelände“ in Nürnberg:

Bis zum „Reichsparteitag 1939“ war das Aufstellen von zwei vergoldeten Plastiken bzw. Skulpturen von Arno Breker im Säulengang der „Zeppelintribüne“ geplant (jeweils an den äußeren Stirnseiten). Zum einen die Figur mit dem Titel „Künder“, zum anderen die Figur der „Bereitschaft“.
Höhe der beiden Figuren (Von Kopf bis Fußplatte): ca. 3,89 m.
Höhe des Figurensockels aus Stein: ca. 1,5 m.
Auf vereinzelten zeitgenössischen Schwarz-Weiß-Abbildungen sind die Podeste an den äußersten Enden der jeweiligen Säulengänge erkennbar.

Uns liegt eine Abbildung vor, die die Statue „Künder“ (als Gipsfigur?) testhalber in Originalgröße auf dem Podest der westlichen Stirnseite zeigen. Eventuell war die Figur der „Bereitschaft“ im Sommer 1939 noch nicht in Originalgröße vorhanden – die des „Künders“ aber schon.
Unsere Bildmontagen orientieren sich von den Größen der Statuen an dieser Abbildung.

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Der „Künder“ und die  „Bereitschaft“ an der östlichen Stirnseite – in die jetzige Bausituation eingebunden. Welche der beiden Plastiken für das Jahr 1939 an dieser Stelle vorgesehen war, lässt sich nicht belegen.
Wir favorisieren den „Künder“ (Figur links).  Denn die Figur der „Bereitschaft“ blickt nach links  – und nicht nach rechts in Richtung der Zuschauerränge und des Aufmarschfeldes. Aus unserer Sicht (optisch) und dramaturgisch unlogisch.

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Die früheren Säulenreihen bzw. Kolonnaden wurden 1967 gesprengt. Hier die beiden Figuren zusammen mit den eingeblendeten Säulenreihen. Höhe der Figuren: ca. 3,89 m. Plus Höhe des Sockels: ca. 1,5 m.
Wie geschrieben: die Figur der „Bereitschaft“ blickt nach links. Rechts liegt die Tribüne und das Zeppelinfeld. Die Statue wendet den Blick vom Geschehen ab.


AKTUALISIERUNG vom 29.7.2018:

Der Zaun auf den folgenden vier Bildern war für uns immer ein Stör-Faktor. Mittels einer Drohne, die innerhalb der Zaun-Begrenzung flog, können wir nun eine zaunfreie Optik anbieten. Das westliche Ende der „Zeppelintribüne“ wirkt verwittert-marode – ist aber original erhalten (Steinplatten am Boden; der Platz bzw. die Verankerungen für die 1967 gesprengten Säulen am Boden noch erkennbar).

Zeppelin-field-grandstand-planned-figurine-Arno-Breker-1939-ReadienessMit dem originalen Plattenbelag als Vergleichsmaß lässt sich die geplante Figur „Bereitschaft“ von Arno Breker von der Höhe gut einpassen.

 Der „Künder“ an der westlichen Stirnseite – in die jetzige Bausituation eingefügt. Es gibt alte Schwarz-Weiß-Fotos, die die (Gips-?)Figur des „Künders“ genau – historisch gesichert – an dieser Stelle zeigen.

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Die Plastiken „Künder“ und „Bereitschaft“ an der westlichen Stirnseite – in die jetzige Bausituation eingesetzt. Die Figur der „Bereitschaft“ (rechts) blickt auf diesem Podestplatz nach links – und somit in Richtung der Zuschauerränge und des Aufmarschfeldes. Dies ist für uns deshalb der dramaturgisch bessere und optisch sinnvollere Platz.

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Die Figur der „Bereitschaft“ blickt auf diesem Podestplatz nach links – und somit in Richtung der Zuschauerränge und des Aufmarschfeldes. Dies ist für uns deshalb der dramaturgisch bessere Platz, denn im Sinne der NS-Ideologie war es, die Marschierer final mit Aggression „aufzuladen“ bzw. auf den Krieg einzustimmen. Der „Künder“ als Abschluss wirkt im Vergleich hierzu ausgleichend und warnend.