Die frühere Garage des ´Berghofs´. 1995 abgerissen.


Die nach dem September 1995 rechtswidrig abgerissene Garage des ´Berghofs´ war das letzte sichtbar erhaltene Stück der früheren Architektur des Gebäudes (die lange Stützwand aus Beton zählen wir nicht mit dazu).

Das Betonfundament der Garage ist noch vorhanden. Es ist (bzw. war) ungleich größer als das Stück, das aktuell im Boden sichtbar ist. Der Innenraum war mehr als doppelt so breit als die Toröffnung es vermuten lässt.Wir blenden die Fassade der Garage ein – und verorten das Gebäude im jetzigen Gelände. Im Kern war die Garage aus Backsteinen gemauert. Darauf kam dann an den Schauseiten eine Verkleidung aus Natursteinen.

1995, im Jahr des Abrisses, war die Garage halb zugeschüttet. Und die frühere Brüstung fehlte schon damals. Die Steinplatten auf der Garage waren 1995 aber noch original erhalten – und wurden mit einem Lkw abtransportiert.

Einige Tage vor dem Angriff auf die damalige Sowjetunion, dem ´Unternehmen Barbarossa´, befand sich AH auf dem ´Berghof´ – und wurde von seinem Leibfotografen Walter Frentz auf Höhe der Garage fotografiert. Die Sonne geht im Bildhintergrund am späten Nachmittag unter. Für uns ein apokalyptisches Bild.
Denn wenige Tage später ging für Millionen von Menschen in den folgenden knapp vier Jahren ´die Sonne unter´ – sie starben und verloren ihr Leben. Die Katastrophe des ´22. Juni 1941´ wirkt noch immer bis in die Jetzt-Zeit hinein – nach knapp 85 Jahren. Alle vorstellbare Macht lag damals in diesen mittleren Juni-Tagen 1941 allein in den Händen eines Menschen.

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Im April 2024 fotografierten wir bei gutem Wetter und noch vor der Baumblüte den ungefähren Standort für das Frentz-Foto. Ein Teil des Beton-Fundament der früheren Garage ist im Boden noch erkennbar. Die Hang-Kante rechts 2024 ist nicht mehr original. Der ungefähre Verlauf ist aber für das Auge noch erkennbar. Die jetzige Hang-Kante zeigt eine starke Abflachung.

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Wir entwickelten das Motiv weiter: links ist jetzt die komplette Garagen-Zufahrt zu sehen. So wird der originale Zustand für den Vergleich zum jetzigen Gelände sichtbar. Wir geben ein Gefühl für den damaligen Standort und die Größe der Garage. Die Backsteinwand links war 1941 nicht zu sehen – sie soll daran erinnern, dass die Garage in Innern breiter war. Die weiße Silhouette ´schwebt´ etwas über dem Boden.

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Fotos der Garage vor deren Abriss sind im Internet zu finden. Mit einem der Motive gestalteten wir eine Visualisierung der Garage zum Zeitpunkt 1995 – und bauten das Motiv in das Jetzt-Areal des Jahres 2024 ein. Mit Absicht wurde wohl die Öffnung in die Garage damals zugeschüttet. Über eine kleine frei geschaufelte Stelle im früheren Tor konnten Interessierte doch in das Innere vordringen.
Die roten Kästchen in den Motiven lenken den Blick auf eine Steingruppe, die 1941 und bis 1995 identisch zu sehen war. Unsere Rekonstruktion stimmt von den Maßen und ist realistisch. Die Brüstung der Terrasse fehlte 1995 schon. Deshalb ist die digitale Rekonstruktion niedriger.

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Auf diesem Motiv ist um die erhaltene Rest-Garage des Jahres 1995 oben eine rote Umriss-Line erkennbar. Und um das Zufahrtstor. So wird die fehlende Balkon-Brüstung und der zugeschüttete Bereich beim Abriss deutlich. An den sichtbaren Seiten zum Hang hin war die Garage komplett mit Natursteinen verkleidet. Die rote Backsteinmauer im rechten Motiv soll daran erinnern, dass die Wände der Garage im Kern aus einfachen Backsteinen bestanden.

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Auf dem linken Motiv (1941) deuten wir den Verlauf der Hauptmauer des ´Berghofs´ an (weiter höher in dieser Mauer befand sich dann das ´Panorama-Fenster´). Diese Mauer war real breiter. Die Naturstein-Verkleidung der Garage endete an dieser Ecke. Danach war das Gebäude komplett mit Backsteinen gemauert (der Boden und die Decke waren betoniert). Rechts ist als weiße Fläche das Garagentor im Jetzt-Motiv von 2024 zu sehen.

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Zum Abschluss ein Arbeitsmotiv: links ist das digital erweiterte Foto von 1941 zu sehen. Wir deuten links eine fiktive Backsteinwand an. Rechts die Backsteinwand im realen roten Farbton. Als große weiße Fläche deuteten wir die Hauptfassade des ´Berghofs´ an. Wenn unsere Visualisierungen stimmen, dann wurde 1995 nicht nur die Garage selbst zerstört oder ´abgeräumt´, sondern auch die damals noch vorhandenen Mauerreste der Hauptfassade.

Die genaue Lage der früheren Garage ist im ´Berghof´-Gelände des Jahres 2024 nicht zu erkennen. Dass, was von der Beton-Bodenplatte zu sehen ist, ist nur ein Bruchteil davon. Ein großer Teil davon ist verschüttet. Und wo sich im aktuellen Gelände der Platz für das frühere Eingangstor befindet, ist völlig unklar. Die ganzen Abriss-, Zerstörungs- und Schuttablade-Aktionen seit 1952 und vor allem auch in den Jahren nach 2000 haben hier (mit Absicht) ihren Zweck wohl erfüllt – die Zerstörung der Erinnerung.

Mit einer Drohnenaufnahme können wir im jetzigen Gelände den früheren Platz der Garage gut markieren und verankern. Mit den folgenden Motiven geben wir ein Gefühl für die Größe der Garage und zeigen dabei auch den genauen Platz der Terrasse des ´Haus Wachenfeld´. Diese Terrasse – auf dem Dach der Garage – ist durch viele Fotos und Filmaufnahmen bekannt und auch berühmt geworden.

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Als Einstieg zeigen wir die die originale Größe der Garage und bauten sie in die Drohnenaufnahme ein.

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Ein Arbeitsmotiv: um die Garage setzten wir zur visuellen Kontrolle eine rote Konturlinie.

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Hier ist die rote Konturlinie allein zu sehen – der Blick auf das Gelände wird so möglich.

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Das finale Ergebnis: in einer Nahaufnahme zeigen wir die rote Konturlinie im aktuellen Gelände. Die Garage hatte im Innern die Fläche der Terrasse. Dieser ganze Bereich wurde 1995 ´abgeräumt´. Links im Motiv ist eine Person zu sehen. Links dahinter die Informationstafel.

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Über das Garagen-Projekt können wir jetzt auch den exakten Platz für das frühere ´Panorama-Fenster´ und die ´Freitreppe´ zeigen. Die Informationstafel befindet sich wirklich mittig zum damaligen Fenster.