Lagebaracke „Wolfsschanze“. 20. Juli 1944. Attentat

Im Juni 2017 bereisten wir den polnischen Teil Masurens (Ostpreußen) – und besuchten dabei auch das Gelände der früheren „Wolfsschanze“ in der Nähe von Ketrzyn (Rastenburg).

Ziel war es, den genauen Ort des Attentats vom 20. Juli 1944 zu sehen und zu erleben – und dabei die frühere „Lagebaracke“, in der das Attentat stattfand, im Gelände wieder sichtbar zu machen. Ende Januar 1945 war auch dieses Gebäude von dt. Pionieren gesprengt worden.
Auch zu dieser geschichtlichen Thematik können wir nun Fotos bzw. Montagen beisteuern, die es so bisher noch nicht gab.

Die Motive sind jeweils mit einer stabilen 5 mm-Forex-Platte verbunden und mit einer Schutzfolie versehen (Breite des Motive: jeweils rund 50 cm). Preise auf Anfrage.

Fazit 1:
Der Begriff „(Lage-)Baracke“ assoziiert etwas Provisorisches und nicht Dauerhaftes aus Holz oder Wellblech oder dünnem Metall. Tatsächlich war die „Lagebaracke“ zum Zeitpunkt des Attentats aus massivem Backstein (50 cm Wanddicke) und mit einer 1 m starken Betondecke versehen.
Ein ähnliches Gebäude im Gelände zeigt die Rohbauweise, die in der „Wolfsschanze“ generell Verwendung fand (siehe Foto).

Fazit 2:
Der genaue Ort bzw. Platz des Attentats lässt sich leider nicht mehr genau lokalisieren. Durch das Sprengen krachte die 1 m starke Betondecke herunter – und begrub die frühere Fundamentplatte unter sich. Zudem ist ausgerechnet die Fläche des Attentats von Sträuchern und kleinen Bäumen gnadenlos überwuchert (siehe Foto).

Fazit 3:
Im Internet sind die Abbildungen des zerstörten Kartenraums (der Ort des Attentats) sehr häufig falsch gespiegelt zu sehen. Unsere Bildmontagen zeigen die historisch richtigen Blinkwinkel.


Panoramablick auf die „Lagebaracke“. Der Eingang befand sich auf der gegenüber liegenden Längsfront. Ganz links der Bereich des Attentats vom 20. Juli 1944.


Das gleiche Bild – jetzt mit grüner Tarnbeschichtung. Als Schutz vor Luftbeobachtung. Auch die Bunker auf dem Gelände waren mit grüner Optik versehen. So ist es in den Büchern zu lesen.


Rekonstruktion der Stirnseite der „Lagebaracke“ im jetzigen zugewachsenen Gelände der „Wolfsschanze“ – direkt über den gesprengten Resten. Hinter den fünf Fenster geschah das Attentat.


Auch diese Aufnahme mit grüner Tarnbeschichtung.


Rohbau eines ähnliches Gebäudes auf dem Gelände der „Wolfsschanze“ (Wohnhaus Göring). Die Dicke der Backsteinmauern und die Dicke des Betondachs ist mit der „Lagebaracke“ identisch. Von der Höhe ist dieser Bau aber niedriger.


Zugewachsener Bereich auf Höhe der Stirnseite der früheren „Lagebaracke“ (südliche Ecke). Die Betondecke krachte auf die Fundamentplatte. Zudem liegen Betonteile übereinander. In diesem ungefähren Bereich geschah das Attentat. Mittels Maßstab (2 m Länge) versuchten wir den Bereich einzugrenzen.


Ein Panorama-Blick auf die Betondecke im Attentats-Bereich der „Lage-Baracke“. Die exakte Lage der 14 x 5 m-Attentatsfläche lässt sich leider nicht bestimmen (siehe 2 m-Maßstab im Bild). Die oberen Betontrümmer liegen auf dem Kopf (siehe Schlitze).


Anbei der damalige Blick vom 20. Juli 1944 in den Gang, der zum „Lageraum“ führte. Trümmer am Boden zeigen die Folgen der Explosion.
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Ziel des „Wolfsschanzen“-Besuches war es auch, die bekannten Abbildungen des zerstörten Kartenraums in der damaligen „Lagebaracke“ mit der jetzigen Situation im Gelände zu vergleichen – und die Fotos zu kombinieren.

Dies war leider aus den oben beschriebenen Gründen nicht möglich. Deshalb musste wir uns mit einem Kunstgriff behelfen: Wir verwendeten bzw. spiegelten den rechten, schon von Unkraut und kleinen Bäumen befreiten Ruinenbereich der „Lagebaracke“ und erhielten so einen „gesäuberten“ linken Bereich. Dieser wäre von der sichtbaren Betondecke und den darauf liegenden Betontrümmern aber nahezu identisch mit der rechten Seite.


Die Ausgangslage: Ein völlig überwucherter linker Bereich der „Lagebaracke“. Hier fand am 20. Juli 1944 das Attentat statt. Man erkennt und sieht … nichts. Wir fotografierten aber nicht blind in das Grün hinein. Die aktuelle Aufnahme zeigt den ungefähren Standort der Schwarz-Weiß-Aufnahme. Dieser läge aber rund 1 Meter unter der jetzigen Oberfläche. Deshalb hellten wir den unteren Schwarz-Weiß-Bildbereich auf.


Unser Kunstgriff: Der gleiche Blickwinkel – aber von der rechten Seite der ehemaligen „Lagebaracke“ nach innen. Mit der dort freigeräumen Betondecke bekommt das Bild einen Halt (im HIntergrund der überwuchterte Bereich mit der tatsächliche Attentatsfläche).


Auch für dieses Motiv mussten wir von der historisch „richtigen“ linken Seite nach rechts ausweichen. Die Blickachse selbst entspricht aber der historischen Realität.


Auch für dieses Motiv ware wir gezwungen, die Farbaufnahme zu spiegeln. Die Blickachse selbst entspricht aber der historischen Realität. Auch hier liegt der tatsächliche Ort rund 1 Meter unter der Betondecke.


Hier eine Bildmontage mit einem anderen leicht anderen Blickwinkel auf den zerstörten Kartentisch.


Für diese Überblendung mussten wir den rechten Ruinenbereich der „Lagebaracke“ spiegeln, um eine imaginäre linke Attentatsfläche zu erhalten. Die historisch richtige Blickachse stimmt aber. Im freigeräumten bzw. gesäuberten Zustand sähe der linke Bereich nahezu identisch aus (links ist die dünne Grasnarbe auf dem Betondach zu sehen).


Ein Erinnerungsfoto vor dem Denkmal von 1994.