Prechtl – 1989 – 2012 – 2022. Rathaussaal Nürnberg


Vor 33 Jahren, im Februar 1989, wurde in Nürnberg von allen damals Beteiligten eine Jahrhundertchance „vergeigt”.

Sowohl die Kritiker einer Ausmalung des Rathaussaals nach den Entwürfen von Michael Mathias Prechtl als auch der Künstler selbst hatten sich am Ende nichts mehr zu sagen. Am 26. Februar 1989 “beerdigte” Prechtl sein eigenes Projekt.

Leider blieben seine Entwürfe damit unvollständig. Es fehlt der Bereich der Fensterlaibungen. Auch das Überarbeiten von bestimmten Figuren und kritisierten Szenen unterblieb.

Zum ersten Mal können nun die Entwürfe Prechtls aus den Jahren 1988/89 im jetzigen Nürnberger Rathaussaal bei Tageslicht visuell erlebt werden. Als wären sie real gemalt.

Zwei Raum-Panoramen bieten einen Blick in den kompletten Saal – nach Osten und Westen. Wir hatten Glück: bei den Aufnahmen war der Rathaussaal komplett leer geräumt. Dies ist selten der Fall.

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Bildquellen: StadtAN A 41 Nr. Repro 187_7, …187_6, …187_4, Nr. Repro 187_3, Nr. Repro 187_ 2, …187_1

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Als Einstieg der mittige Blick in den Rathaussaal nach Osten hin. Man bekommt ein Gefühl für die Farbigkeit. Der Saal wirkt optisch kürzer, da der Betrachter vor dem „Peter-Vischer-Gitter“ steht (siehe unten).

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Hier der entgegen gesetzte Blick nach Westen hin. Auch hier wird das Raumerlebnis spürbar. Der Saal wirkt hier länger, da der Betrachter jetzt direkt an der Ostwand steht.


Wir zeigen in seitlichen und näheren Blickwinkeln auch die Längsseiten des Saals.

Alter-grosser-Rathaussaal-Nürnberg-Nuernberg-Nord-vl-Nordseite-Nordwand-Pfeiferstuhl-Triumphzug-Zug-Eisenbahn-Blick-Panorama-Michael-Mathias-Prechtl-Entwurf-Ausmalung-Februar-1989
Die Nordwand von links nach rechts – nach Osten hin.

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Die Nordwand von rechts nach links – nach Westen hin.

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Die Südwand von links nach rechts nach Westen hin.

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Die Südwand von rechts nach links – nach Osten hin.

Ab dem Jahre 2022 kann sich nun jeder einen optischen Eindruck davon verschaffen, wie die Malerei Prechtls im Saal tatsächlich gewirkt hätte. Wir rehabilitieren Michael Mathias Prechtl damit auch vor der Kunstgeschichte. Ihm wurde unrecht getan.

Ein damaliger (sachlicher) Kritikpunkt an den Entwürfen von Prechtl war, dass der Bezug zum Saal selbst fehlen würde (Passt die Farbigkeit der Entwürfe zur Optik und Farbe der Holztonne? Wie wirkt die Malerei im Bereich zwischen der Holztonne und der seitlichen Wandverkleidung?)

Die Entwürfe von Prechtl hätten aus unserer Sicht optisch und farblich sehr gut in den Saal gepasst. Wir finden die Entwürfe farblich sehr gelungen.

MMP hätte mit etwas mehr Eingehen auf die sachliche Kritik an seinen Entwürfen das Projekt eventuell noch retten können (Austauschen von bestimmten Figuren oder Abändern von bestimmten Szenen). Am Ende wollte und konnte er wohl nicht mehr.
Auch Dürer musste 1521 Änderungen an seinen Entwürfen für den Rathaussaal vornehmen.

Prechtls Entwurf für die Nordwand des Nürnberger Rathaussaals war zuletzt 2012 zu sehen – im Rahmen der Multimedia-Präsentation “Dürers Triumphzug“. Bei Tageslicht wirken die Entwürfe von Prechtl dann doch realitätsnaher. Und es war damals nur eine Wandseite zu sehen.

Wir regen an, die Entwürfe von Prechtl mittels einer Beamer-Präsentation nach all´ den Jahren an die Saalwände zu projizieren. Oder über bedruckte Forex-Platten die geplante Malerei in den Bereich zwischen der Tonne und der hölzernen Seitenverkleidung flexibel einzuhängen oder einzuklemmen.